Stellungnahme
WARUM WIR DIE INITIATIVE „PYROTECHNIK IST KEIN VERBRECHEN“ UNTERSTÜTZEN:

Als Fan-Kollektiv innerhalb eines traditionell eher am britischen Support orientierten Fan-Blocks haben Pyros und Choreographien in unserem Fan-Alltag bislang nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Insofern sind wir vom neuen Pyrotechnik-Gesetz vordergründig wenig betroffen (auch wenn nach dem pauschalen Verbot der Verwendung jeglicher pyrotechnischer Gegenstände ohne Rücksicht auf bestimmte Klassen mittlerweile selbst das Mitführen der allseits beliebten Confettipistolen und Wunderkerzen strafbar ist).

Da es aber für uns Sache der Fans – und nur der Fans – ist, was in einem Fan-Block geschieht, zumindest solange die körperliche Unversehrtheit Unbeteiligter nicht übermäßig gefährdet wird, und wir jegliche Repression und Bevormundung durch Verein, Exekutive oder Ordnerdienst zurückweisen, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, die Initiative „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“ zu unterstützen.

Über die Unsinnigkeit und Unsachlichkeit des neuen Pyrotechnik-Gesetzes wurde bereits genug geschrieben und wir können uns den Ausführungen anderer Fangruppen nur anschließen. Bemerkenswert ist allerdings, dass mit der neuen Gesetzeslage etwas verboten wird, was längst verboten war. Bereits nach der alten Gesetzeslage hätte man gegen Pyros vorgehen können. Wenn nun die Strafen erhöht werden und der Exekutive sehr weitgehende Befugnisse in die Hand gegeben werden, bereits im Vorfeld von Fußballspielen unter dem Vorwand nach Pyros zu suchen gegen Fans vorzugehen, so lässt dies zwei Schlüsse zu:

Entweder handelt es sich bei dem neuen Pyrotechnik-Gesetz um reine politische Schaumschlägerei auf Kosten von ein paar Tausend Menschen, welche als Wählergruppe nicht ins Gewicht fallen, oder die kleinen temporären Freiräume, welche sich Fußballfans in den letzten Jahren geschaffen haben und die gelegentlich auch für die Äußerung vom Mainstream abweichender Meinungen genutzt werden (zB „Polizisten sind Mörder“-Transparente angesichts der Hinrichtung aus Notwehr in Krems) sind heutzutage bereits zu viel der Freiheit und möchte man diese Freiräume bei Bedarf abwürgen.

Letztere Möglichkeit scheint angesichts einer zunehmend repressiveren Gangart von Gesetzgebung, Justiz und Verwaltung nicht völlig aus der Luft gegriffen (siehe „Terror“-Schauprozess wegen der Verbreitung kontroverser „islamistischer“ Inhalte im Internet; Verfolgung von TierrechtlerInnen nach dem „Mafiaparagraphen“, willkürliche Versammlungsverbote wegen der Gefahr, dass fünf Böller fliegen; Anklagen wegen Landfriedensbruch, einem Gummiparagraphen, den früher nur die Polizei herangezogen hat, wenn ihr gar nichts Blöderes eingefallen ist, nicht aber die Justiz; Einführung des Vermummungsverbots auf Versammlungen; Video-Überwachung überall; Diskussion eines weitgefassten „Terror“-Paragraphen, welcher auch Meinungsäußerungen inkludiert etc.).

Widerstand gegen dieses zunehmend repressive Klima gibt es wenig. Gerade deshalb freuen uns die breite Ablehnung und der Aktionismus, den die verschiedensten Fan-Gruppen in den letzten Wochen gegen das neue Pyrotechnik-Gesetz an den Tag legen. Vordergründig mag es um die vernachlässigbare Frage gehen, ob irgendwo ein paar Bengalen brennen oder nicht, tatsächlich geht es aber nicht zu Letzt um den Erhalt von Freiräumen. Und diese müssen erkämpft und verteidigt werden. Immer und überall.
gepostet von r.ed am 2. März 2010, 19:33
Kategorie: Allgemeines | kommentar verfassen
r.ed, 4. März 2010, 10:29
kleine korrektur: confettipistolen sollten nicht unter das pyrotechnikgesetz fallen und daher erlaubt sein.

(§ 2. (1) Dieses Bundesgesetz gilt nicht für
1. Zündplättchen, -ringe und -bänder, soweit sie für Spielzeug im Sinne der .......)
countrycoyote, 3. März 2010, 15:29
am freitag lass ich an schaß, zünd ihn an und geh dafür in häfn ... ollas trottln!
chuk, 4. März 2010, 01:41
wenn das alle zeitgleich machen, wirds fürm liri aber schon gefährlich ^^
also freitag mittag kollektives bohnenessen, 4. März 2010, 08:08

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Tabelle Erste Liga
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6. SKN St. Pölten 9 12 : 16 12
7. A. Lustenau 9 13 : 13 10
8. Vienna 9 14 : 19 7
9. FC Gratkorn 9 07 : 23 5
10. TSV Hartberg 9 10 : 22 4
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